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Für eine starke Stahlindustrie im Saarland

Am Dienstag, den 4. Februar 2014 hat die Verwaltungsstelle zu einer IG Metall-Vertrauensleute - Stahlkonferenz eingeladen. 400 Vertrauensleute aus den Betrieben der saarländischen Stahlindustrie sind gekommen.

Guido Lesch, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, konnte neben den Vertrauensleuten der Saarstahl AG, der AG der Dillinger Hütte, auch Vertrauensleute vom Stahlwerk Bous, von Saarstahl Burbach und Neunkirchen, Drahtwerk Luisenthal und Saarbandstahl begrüßen. Natürlich waren auch Delegationen aus anderen Betrieben der Verwaltungsstelle anwesend, wie z. B. von den Ford-Werken Saarlouis, Whitesell Beckingen, FLSmidth Wadgassen, Homanit, u. a.

Guido Lesch, 2. Bevollmächtigter IG Metall Völklingen

Die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, Anke Rehlinger, nahm ebenfalls an dieser Konferenz teil. Neben dem Oberbürgermeister der Kreisstadt Saarlouis, Roland Henz, waren als Vertreter der CDU Günter Heinrich, von der SPD Petra Berg und Stefan Krutten, von der Linkspartei Thomas Lutze sowie Prof. Dr. Heinz Bierbaum anwesend.

In seiner Begrüßungsrede betonte Guido Lesch, dass wir selbstbewusst für die Zukunft der Stahlindustrie hier im Saarland kämpfen, weil wir davon überzeugt sind, dass das Saarland nur dann eine gute Zukunft hat, wenn die Stahlindustrie und die Industrie insgesamt im Saarland stabilisiert und ausgebaut wird. "Alleine mit Dienstleistungen ist kein Staat zu machen, deshalb brauchen wir mehr industrielle Wertschöpfung, um auch langfristig erfolgreich am globalen Markt teilnehmen zu können", so Lesch.

Wir brauchen eine offensivere Politik, was den Ausbau der Stahlindustrie anbelangt. Ohne Stahl geht nichts auf der Welt, von der Medizin, über den Haushalt, der Automobilindustrie, dem Maschinenbau bis hin zur Raumfahrt. Stahl ist die Basis für eine moderne Industriegesellschaft und genau für diese Basis kämpft die IG Metall mit ihren Vertrauensleuten und Mitgliedern hier im Saarland.

Wir wollen, dass die Menschen hier Perspektive und Zukunft durch gute Arbeit und ein gutes Leben haben und nicht in anderen Regionen Arbeit suchen müssen.

Robert Hiry, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, ging in seinem Referat auf die Herausforderungen der saarländischen Stahlindustrie ein. Dabei stellte er fest, dass die Stahlproduktion weltweit stark ansteigt, wobei sich die Märkte massiv verschieben.

Robert Hiry, 1. Bevollmächtigter IG Metall Völklingen

Der Anteil der Stahlproduktion gehe in Deutschland und Europa zurück. Hatte Europa im Jahr 2000 noch einen Anteil an der Weltstahlproduktion von 22,8 %, so ist dieser Anteil auf 10,2 % im Jahr 2013 zurückgegangen. Deutschland hält zum jetzigen Zeitpunkt einen Weltmarktanteil von 2,8 %. Vor diesem Hintergrund, so Robert Hiry, entsteht ein massiver Verdrängungswettbewerb. 2013 haben Thyssen Krupp und Salzgitter bereits Personalanpassungsmaßnahmen angekündigt. Arcelor Mittal hat ebenfalls Stilllegungen und Personalabbauprogramme auf der Tagesordnung. Auch der Stahlindustrie an der Saar bläst der Wind ins Gesicht.

Bei der Dillinger Hütte ist die Produktion um fast 20 % gesunken. Es fehlen Aufträge aus dem Röhrengeschäft. Bei der Saarschmiede ist bedingt durch die weltweite Energiedebatte die Nachfrage nach großen Turbinenwellen massiv zurückgegangen. Es ist für die IG Metall und die Stahlindustrie eine große Herausforderung, was derzeit energiepolitisch diskutiert wird. Deshalb wurde gefordert, dass in der EU eine vernünftige Industriepolitik gemacht wird, die dazu führt, dass die Europäische Stahlindustrie keine Wettbewerbsnachteile erleidet.

Die Vorschläge der Europäischen Kommission laufen auf eine weitere gravierende Verschärfung des CO2- Emissionsrechtehandels hinaus und belasten damit die Stahlindustrie in Europa und Deutschland zusätzlich.

Robert Hiry: "Wenn das so kommt, wäre das katastrophal auch für die Betriebe in Deutschland und in der saarländischen Wirtschaft." "Was die saarländische Stahlindustrie anbelangt", so Robert Hiry weiter, "sind die Eckdaten noch besser wie in vielen anderen Stahlbetrieben".

Auch die Vorschläge der Bundesregierung zur Ökostrom-Reform werden nicht bedingungslos von der IG Metall mitgetragen. Energieintensive Industrien in Deutschland werden zusätzlich belastet. Entgegen den Plänen sollen jetzt auch die Betriebe in Eigenstromerzeugung zur Kasse gebeten werden. "Das ist mit der IG Metall nicht zu machen", so der 1. Bevollmächtigte. "Es kann durchaus möglich sein, dass wir in dieser Angelegenheit noch gefordert werden."

Die Stahlindustrie hat in den vergangenen Jahren gutes Geld verdient. Die Beschäftigten haben immer zu ihrem Unternehmen gestanden, jetzt muss das Unternehmen auch zu ihren Mitarbeitern stehen. Robert Hiry hat für die geplanten Personalanpassungsmaßnahmen bei der Dillinger Hütte unabdingbar folgende Positionen für die IG Metall, deren Vertrauensleute und Betriebsräte formuliert:

  1. Betriebsbedingte Kündigungen wird es mit uns nicht geben.
  2. Bei Kurzarbeit ist ein Aufstockungsbetrag auf 90 % vom Netto zu gewähren.
  3. Alle Personalmaßnahmen sind sozialverträglich zu gestalten.
  4. Wir brauchen Sicherungen und Ausbau der Standorte durch entsprechende Investitionen.
  5. Wir brauchen den Erhalt und den Ausbau der Ausbildung in der Stahlindustrie.

Einig sind sich alle auf der Vertrauensleutekonferenz gewesen: Solidarität ist keine Einbahnstraße. Die IG Metall wird mit allen Vertrauensleuten und Betriebsräten bei der Dillinger Hütte und bei Saarstahl gemeinsam die Herausforderungen anpacken.

Der Betriebsratsvorsitzende Stephan Ahr, Saarstahl Völklingen, bewertete die betriebliche Situation aus seiner Sicht.

Stephan Ahr, Betriebsratsvorsitzender Saarstahl AG

Michael Fischer, Betriebsratsvorsitzender AG der Dillinger Hüttenwerke
Berthold Huber, Mitglied im Kuratorium der Montanstiftung Saar

Die Stahlindustrie sei für Europa, Deutschland und vor allem für das Saarland einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren. Am schnellen "Herauskommen aus der Krise" hatte die Industrie einen großen Anteil. "Wir brauchen eine verbindliche Politik, damit wir auch am globalen Markt bestehen können. Man darf nie vergessen, hinter jeder Personalnummer steht ein Mensch, eine Familie, eine Existenz! Im Vordergrund stand und steht der Erhalt der Arbeitsplätze der saarländischen Stahlindustrie. Es wächst jetzt endlich das zusammen, was zusammen gehört. Wir kämpfen solidarisch um jeden einzelnen Arbeitsplatz", so der Betriebsratsvorsitzende Stephan Ahr. "Egal ob Dillinger Hütte, Saarstahl, Saarschmiede oder eine unserer Töchter: Wir lassen uns nicht spalten! Wir kämpfen gemeinsam für den Erhalt, die Stärkung und den Ausbau der saarländischen Stahlindustrie". Berthold Huber, ehemaliger Vorsitzender der IG Metall und Mitglied im Kuratorium der Montanstiftung Saar, ging in seinem Hauptreferat auf den Stellenwert der Montanmitbestimmung und der Montanstiftung ein.

Berthold Huber betonte, dass es nur durch das Engagement aller Metallerinnen und Metaller in den Zeiten des Konkurses der Saarstahl AG mit der damaligen SPD Landesregierung gelungen sei, Saarstahl erfolgreich zu retten. Die Montanstiftung Saar ist ein Erfolg unserer gemeinsamen Bemühungen. Der ehemalige Vorsitzende der IG Metall verwies auf die Risiken des globalen Wettbewerbes und machte deutlich, wie kritisch derzeit der weltweite Energiemarkt einzuschätzen ist. Neue Verfahren, wie z. B. die Gasgewinnung durch das Fracking-Verfahren stellen große Gaspipelines infrage, mit denen die Dillinger Hütte in den vergangenen Jahrzehnten die Auftragsbücher stets füllte.

Jetzt gehe es in der Stahlindustrie auch darum, neue Produktionsfelder wie z. B. Windräder in Offshore Parks nach vorne zu treiben, um somit auch für die Stahlindustrie eine neue Perspektive zu gewinnen. Berthold Huber betonte die Bedeutung der Mitbestimmung in einer hoch entwickelten Industriegewerkschaft und forderte alle auf, auch in Zukunft verstärkt für verschiedene Mitbestimmungsmodelle einzutreten.

Die Resolution für eine starke Stahlindustrie wurde im Anschluss einstimmig beschlossen.

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Resolution für eine starke Stahlindustrie im Saarland:

 

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