Das Online-Angebot der IG Metall Völklingen

IG Metaller streiten um 5,5 Prozent!

Die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie gewinnt deutlich an Fahrt. Nachdem die Friedenspflicht am 1. Mai um 0 Uhr geendet hat, zeigten die Beschäftigten in vielen Betrieben ihren Unmut über das magere Angebot der Arbeitgeberseite.

In einer Vielzahl von Verhandlungen in den unterschiedlichen Tarifgebieten, legte die Arbeitgeberbank jeweils ein Angebot von mageren 2,3 Prozent bei einer Laufzeit von 13 Monaten auf den Tisch. Die Tariferhöhung selbst sollte jedoch erst zum 1. Juli wirken, so dass zusätzlich zwei Nullmonate mit einzurechnen wären. Im Falle eines derartigen Abschlusses, wäre die effektive Entgeltsteigerung mit nur 1,9 Prozent noch unterhalb der geschätzten Inflationsrate ausgefallen.

IG Metall Völklingen ruft 13 Betriebe in den Warnstreik

Am 7. Mai mischte sich nun auch das Ford-Werk in Saarlouis mit seinen knapp 6000 Beschäftigten in den Tarifkonflikt ein. Das Ford-Werk Saarlouis mit seiner Belegschaft, gilt in Reihen der Großbetriebe im Zuständigkeitsbereich der IG Metall, mit einem Organisationsgrad von mehr als 97 Prozent, als einer der kampfstärksten Betriebe überhaupt.

Verstärkung erhielt der Saarlouiser Autobauer von Zuliefererfirmen wie Stadco, Lear, Benteler, LMS und Tenneco die allesamt unter den gleichen tariflichen Geltungsbereich fallen.

Darüber hinaus wurden auch die Firmen Nemak Dillingen, Nedschroef Fraulautern, FLSmidth Wadgassen, Drahtcord Merzig, Dürr Püttlingen, Bartz Werke Dillingen und die Dillinger Fabrik gelochter Bleche durch die IG Metall zum Warnstreik aufgerufen.

Die Anreise zur Henry-Ford-Straße wurde mit einer Vielzahl von Bussen durch die IG Metall Völklingen organisiert. In einem gemeinsamen Demonstrationszug durch die Henry-Ford- Straße ging es zur mobilen Bühne, wo man sich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Ford-Werke traf.

Eindrucksvoll rückte gegen 9:15 Uhr nahezu die gesamte Belegschaft der Ford-Werke vor die Produktionshallen und verließ lautstark, mit Pfeifen, Fahnen, Mützen und Plakaten bestückt das Betriebsgelände, um sich auf der Henry-Ford-Straße der Kundgebung der IG Metall anzuschließen.

Begleitet wurde der Demonstrationszug von Samba Balawaa, der hauseigenen Samba Gruppe der IG Metall Völklingen.

Neben den 13 zum Warnstreik aufgerufenen Betrieben, kamen zudem jede Menge Solidaritätsbegleiter aus der saarländischen Stahlindustrie, dem Holz- und Kunststoffbereich sowie vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Auch aus den Reihen der Politik wurden namhafte Parteivertreter gesichtet.

4.000 Teilnehmer bei der zentralen Kundgebung in Saarlouis

Ralf Haas, Gewerkschaftssekretär der IG Metall eröffnete die Kundgebung und begrüßte alle Warnstreikenden. In seiner Rede wies er noch einmal auf das Grundrecht der Arbeitnehmer hin: "Tarifverhandlungen ohne das Recht zum Streik wären nicht mehr als 'kollektives Betteln', das hat das Bundesarbeitsgericht bereits 1980 in einem Grundsatzurteil festgestellt. Und wir sind heute nicht hier, um zu betteln, sondern um für unsere Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld zu streiten!" .

Fast 4000 sind trotz schlechtem Wetter erschienen und machten Ihrem Unmut über das Angebot der Arbeitgeber Luft.

Robert Hiry, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, forderte die Arbeitgeber auf, in der nächsten Verhandlungsrunde am 13. Mai ein ernstgemeintes verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen. Ansonsten wäre dies heute nur der Anfang eines heißen Arbeitskampfes, den die IG Metall mit aller Ernsthaftigkeit und Durchsetzungsstärke angehen werde. "Eine Entgelterhöhung ist nicht nur wichtig für die Menschen, die unter den Geltungsbereich dieses Tarifvertrages fallen, sie ist vielmehr wichtig um die Kaufkraft der Massen zu stärken, um somit zu einem Ankurbeln der Wirtschaft beitragen zu können", so Robert Hiry.

Hiry führte aus, dass der Schlüssel zu einem stabilen Wachstum nur über ein Wachstum des privaten Konsums führen kann. Diese Formel führe auch unweigerlich zu einer besseren Nachfrage und damit verbesserten Auslastung für Ford und generell für die europäischen Autobauer. Fast vier Millionen Haushalte würden in der Bundesrepublik von einem erfolgreichen Tarifabschluss profitieren. Hinzu käme eine entsprechende Fernwirkung in andere Tarifbranchen und zudem im benachbarten Ausland. "Die IG Metall ist die größte gewerkschaftliche Kraft in Europa. Große Kraft bedeutet zugleich auch große Verantwortung, deshalb stehen wir heute mit nahezu 4000 Kolleginnen und Kollegen auf der Straße", so Hiry weiter.

Markus Thal, Vorsitzender des IG Metall-Vertrauenskörpers und stellv. Betriebsratsvorsitzender im Hause Ford, bekräftigte die Forderung nach einer Entgelterhöhung um 5,5 Prozent. "Dies haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als verdient. Nur wenn die Menschen anständig am gesellschaftlichen Reichtum beteiligt werden, können sie auch daran Teilhabe erlangen. Gerade zur Stabilisierung der PKW-Nachfrage muss wieder Geld in die Geldbeutel der Beschäftigten und dies in einem Umfang, der deutlich oberhalb der Inflationsrate liegt!"

Markus Thal skizzierte in aller Deutlichkeit die ungerechte Verteilung von Reichtum in Deutschland. Während eine kleine Clique von zehn Prozent der Bevölkerung über mehr als 60 Prozent des Reichtums verfüge, hätte die Hälfte aller Deutschen nur ein Vermögen von einem Prozent des Gesamtvermögens. "Diese Ungerechtigkeit muss doch endlich einmal aufhören, das ist doch eine Provokation sondergleichen gegen uns alle", so Markus Thal.

Joachim Szygula, Betriebsratsvorsitzender der Firma Stadco und Redner für die Ford-Industrieparkbetriebe machte deutlich, wie schwierig es für viele Beschäftigte sei, von ihrem Einkommen ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Insbesondere im Bereich der Leiharbeit wäre am Ende des Geldes noch viel Monat zu überbrücken, daher brauche es dringend Einkommenserhöhungen für diejenigen, die heute mit am wenigsten verdienten.

Er forderte die Politik auf, endlich gleiches Geld für gleiche Arbeit ohne Ausnahme gesetzlich zu verankern oder Leiharbeit gänzlich abzuschaffen.

Nach zwei Stunden wurde der Warnstreik für beendet erklärt und es ging zurück in die Betriebe.

"Mit einem guten Bauchgefühl, gehen wir nun zurück in die Produktion. Sollte es notwendig sein, wiederholen wir diese Aktion wieder und wieder und das egal ob Regen, Sturm oder Hagel", so Kai Sarg, JAV-Vorsitzender bei Ford in Saarlouis. "Sollte es in der nächsten Verhandlung am 13. Mai immer noch kein akzeptables Angebot geben, werden wir eine Schippe drauflegen müssen", so Robert Hiry, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen. Gilbert Hess, Betriebsratsvorsitzender der Ford-Werke Saarlouis geht noch einen Schritt weiter: "Wenn unsere Warnstreiks die Arbeitgeber nicht zur Vernunft bringen sollten, werden wir sehr bald über das Scheitern der Verhandlungen nachdenken müssen. Die Folge wäre Urabstimmung und gegebenenfalls Streik. Unsere Forderung ist nicht überzogen, sie ist fair, sie ist bezahlbar und in einem ökonomisch sinnvollen Rahmen. Entweder die Arbeitgeber kommen schnell zur Besinnung oder die Zeichen stehen auf Sturm."

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