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Frauenkonferenz 2012: "Heute für morgen Zeichen setzen"

Großes Interesse an der gewerkschaftlichen Frauenarbeit: Rund 100 Delegierte und Gäste waren am 21. April 2012 in den Dillinger "Lokschuppen" gekommen, um den Frauenausschuss der IG Metall Völklingen neu zu wählen und über die frauenpolitischen Positionen der IG Metall zu beraten.

Großes Interesse: Rund 100 Frauen nahmen an der Konferenz teil
Gewerkschaftssekretär Ralf Haas: Jetzt die Stärke in den Betrieben für gute Tarifabschlüsse nutzen

In seiner Begrüßung ging Gewerkschaftssekretär Ralf Haas auf die positive Mitgliederentwicklung der IG Metall bundesweit, aber vor allem innerhalb der IG Metall Völklingen ein.

1.992 neue Mitglieder konnte die IG Metall Völklingen allein im vergangenen Jahr neu gewinnen. Mit rund 28.500 Mitgliedern ist der höchsten Stand seit über 20 Jahren erreicht worden.

"Die guten Organisationsgrade müssen jetzt dafür genutzt werden, um auf betrieblicher, tarifpolitischer aber auch gesellschaftspolitischer Ebene, Erfolge für die Beschäftigten in den Betrieben zu erreichen. Die Auseinandersetzungen um gerechte Entgelte, bessere Arbeitsbedingungen und mehr sozialer Sicherheit, müssen tagtäglich geführt werden und jeden Tag wird aufs Neue entschieden, zu wessen Gunsten sie ausgehen. Wenn wir gemeinsam antreten, und solidarisch kämpfen, können wir vieles bewegen.", so sein Fazit.

Guido Lesch, 2. Bevollmächtigter: Die Menschenwürde nicht mit Füßen treten!

Auch der 2. Bevollmächtigte, Guido Lesch, verwies auf die wachsenden Ungerechtigkeiten und die zunehmende Spaltung in unserer Gesellschaft: "Die Würde des Menschen ist unantastbar - so sagt es das Grundgesetz. Aber wir erleben tagtäglich, dass die Menschenwürde durch schlechte Bezahlung und unwürdige Arbeitsbedingungen mit den Füßen getreten wird. Dagegen müssen wir uns wehren."

Vorsitzende des Frauenauschusses zieht positives Fazit

Monika Klein zieht ein positive Bilanz der Arbeit des Frauenausschusses

Monika Klein, die nicht mehr für die neue Amtsperiode kandidiert, konnte in ihrem Tätigkeitsbericht ein positives Resümee über die Arbeit der letzten Amtsperiode ziehen.

Sie war über viele Jahre als aktive Gewerkschafterin in vielen Funktionen innerhalb der IG Metall, des DGB und der Arbeitskammer aktiv und seit 1994 Vorsitzende des Frauenausschusses der IG Metall Völklingen. Sie scheidet nun auf eigenen Wunsch aus und leitet einen Generationenwechsel ein.

Sie übergibt ihrer Nachfolgerin - die in der konstituierenden Sitzung im Mai gewählt wird - einen Frauenausschuss mit gut funktionierenden Strukturen, in dem alle wichtigen Betriebe vertreten sind und in dem neben erfahrenen Betriebsrätinnen auch viele junge Kolleginnen mitarbeiten.

Podiumsdiskussion "Heute für morgen Zeichen setzen"

Interessante Debatten um die frauenpolitischen Forderungen der IG Metall

Unter dem Motto "Heute für morgen Zeichen setzen" stand die anschließende Podiumsdiskussion. Hier ging es vor allem darum, Schwerpunkte für die Arbeit des Frauenausschusses in den nächsten vier Jahren zu setzen. Unter der Leitung von Gabi Hartmann (Arbeitskammer des Saarlandes) diskutierten Bettina Altesleben (DGB Saar), Silke Nötzel (IG Metall Bezirksleitung Frankfurt) und Monika Klein (Vorsitzende des Frauenausschusses).

Zu den einzelnen Themenbereichen gab es jeweils einleitende Impulsreferate, die einen kurzen Problemaufriss lieferten.

Vanessa Lauer, Dillinger Hütte, prangert die Entgeltlücke von 23% an

Vanessa Lauer, Betriebsratsmitglied bei der Dillinger Hütte, hatte sich das Thema "Entgeltgleichheit" vorgenommen. "Die Einkommen von Frauen liegen im Schnitt immer noch 23% unter denen der Männer", so das ernüchternde Fazit. Insbesondere warf Sie die Fragen auf

  • Warum gehen Kindererziehung und Pflegezeiten immer noch fast nur zu Lasten von Frauen insbesondere hinsichtlich Einkommen und Karriere?
  • Steht den Frauen nicht auch das gleiche Entgelt bei gleicher Arbeit zu?
    Oder verkaufen sie sich etwa zu schlecht bei Lohnverhandlungen?
  • Sind Frauen denn nicht genauso gut ausgebildet wie ihre männlichen Kollegen?
  • Was können wir tun, damit junge Frauen nicht mehr nur typische Frauenberufe wählen, in denen tendenziell weniger verdient wird als in typischen Männerberufen?
Nicole Hirtz, Ford-Werke, fordert mehr Flexibiliät von Arbeitgebern im Hinblick auf familienfreundliche Arbeitszeiten

Nicole Hirtz, Betriebsratsmitglied bei den Ford-Werken Saarlouis beschäftigte sich in ihrem Referat mit dem Thema "Arbeitszeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf".

Sie stellte fest, dass die Arbeitszeit selten wunschgemäß ist: Viele Eltern wünschen sich mehr Zeit für ihre Familie. So stehen familienfreundliche Arbeitszeiten in vielen Umfragen an vorderster Stelle. Sie forderte vor allem mehr Flexibilität der Arbeitgeber ein, denn Kinderbetreuungseinrichtungen alleine reichen nicht aus. Die Arbeitszeiten müssen sich auch an den Bedürfnissen der Eltern und Kinder orientieren.

Bessere Abschlüsse und trotzdem schlechtere Chancen - so das Fazit von Susanne Heintz, Saarstahl Völklingen

"Chancengleichheit" war das Thema von Susanne Heintz, Vertrauensfrau bei Saarstahl Völklingen. In ihren Ausführungen machte sie deutlich, dass Frauen oft bessere Bildungsabschlüsse erreichen, aber dennoch nicht die gleichen Aufstiegschancen haben.

So ist der Anteil von Frauen in Unternehmensvorständen immer noch sehr gering. In Aufsichtsräten hat der Frauenanteil zwar zugenommen, aber in der Regel werden überwiegend auf Arbeitnehmerseite Frauen in die Aufsichtsräte entsandt. Auf Arbeitgeberseite gibt es erheblichen Nachholbedarf.

Unter diesen Vorzeichen wurde kritisch diskutiert, ob Freiwilligkeit alleine ausreicht, oder ob es gerade für die Besetzung von Führungspositionen nicht einer Quotenregelung bedarf.

Anneliese Risch-Pitzer
Anneliese Risch-Pitzer, Homanit Losheim: Frauen sind die Verlierer bei der Rente!

Das Thema "Rente und Lebensarbeitszeit" wurde von Anneliese Risch-Pitzer, Betriebsratsmitglied von Homanit in Losheim bearbeitet. Sie unterstrich noch einmal, dass die schlechtere Bezahlung in Kombination mit ungünstigen Versicherungsverläufen Frauen bei der Alterssicherung in doppelter Hinsicht bestraft. So ist es kaum verwunderlich, dass im Schnitt Frauen gerade mal die Hälfte an Rentenansprüchen erwerben wie Männer.

Verschärft wird diese Situation durch die Rentenpolitik der letzten Jahre, insbesondere durch die Einführung der Rente mit 67

Wahlen

Die Mitglieder des Frauenausschusses wurden einstimmig bestätigt. In der konstituierenden Sitzung des Frauenausschusses am 15. Mai 2012 werden Vorsitzende und Stellvertreter neu gewählt.

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