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Jugendkonferenz 2011 der IG Metall Völklingen

Die Auszubildenden in den Branchen der saarländischen Stahlindustrie und der Metall- und Elektroindustrie sollen ab dem Jahr 2012 unbefristet nach ihrer Ausbildung übernommen werden, so lautet die Forderung der IG Metall Jugend auf ihrer Konferenz am 7.12.2011 in der Dillinger Stadthalle.

Voll und laut war es, als Lars Desgranges, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall in Völklingen, die Forderungen formulierte. "Wer heute dem Fachkräftemangel entgegentreten möchte, der muss nicht nur reden sondern handeln. Ein erster Schritt wäre die Auszubildenden nach erfolgreicher Prüfung gleich in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu übernehmen. Damit würde zum einen die Motivation der Azubis, zum anderen die Attraktivität der dualen Ausbildung in unseren Branchen gesteigert".

Die demographische Entwicklung bestätige die Bedeutung dieser Forderung. Im Saarland würden die Schulabgängerzahlen bis zum Jahr 2030 um über 30 Prozent rückläufig sein. Dadurch werde es eine neue Qualität bei der Besetzung von Studien- und Ausbildungsplätzen geben. Hinzu käme, dass in vielen Betrieben Altersabgänge in großer Zahl anstünden. Diese Abgänge müssen mit neuen Fachleuten besetzt werden, damit ein Wissenstransfer stattfinden könne. "Die Betriebe wollen nicht einstellen, sie müssen einstellen", so Desgranges. Befristete Arbeitsverträge oder auch Leiharbeit lösen das Normalarbeitsverhältnis immer mehr ab. Dem müsse sich die Gewerkschaft im Interesse der jungen Menschen in den kommenden Tarifrunden entgegenstellen.

Auch Themen wie die Qualität der Berufsausbildung standen auf dem Prüfstand der jungen Metaller. Dennis Poß, stellvertretender Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) der Dillinger Hütte, forderte eine neue Qualitätsoffensive für die duale Ausbildung. Junge Menschen, gleich welchen Schulabschluss sie besitzen, müssen eine Chance auf einen qualitativen Ausbildungsberuf bekommen. Hier müssen die Ausbildung auf den Prüfstand gestellt, Investitionen getätigt und Schwachstellen beseitigt werden. Die Bestenauslese, wie sie heute von vielen Betrieben noch betrieben wird, wird im Zuge des demographischen Wandels keinen Bestand haben, so Dennis Poß.

Auch dem Thema Rassismus will man sich in Betrieb und Gesellschaft weiter entgegenstellen. Dazu arbeite die IG Metall seit Jahresbeginn intensiv mit der Initiative "Respekt!", die aus dem Deutschen Sportbereich kommt, zusammen. Viele namhafte Sportler und Prominente haben sich bereits der Initiative "Respekt!" angeschlossen. Auch in den Betrieben geht die Gewerkschaft offensiv gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz vor. Sven Zappel, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung der Ford Werke, berichtete über die eine kürzlich stattgefundene "Respekt!"-Aktion im Ford Werk Saarlouis. Geschäftsleitung wie Arbeitnehmervertreter, IG Metall und Auszubildende ziehen alle an einem Strang um gegen Rassismus im Betrieb mobil zu machen.

Guido Lesch, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, forderte zu diesem wichtigen Themenfeld einen "Runden Tisch" in allen saarländischen Gemeinden einzurichten. Hier müssten Bürgermeister, Sozialverbände, Gewerkschaften und Kirchen beraten wie das Thema Respekt! auch in die Ortschaften hinein transportiert werden könne. Darüber hinaus lobte Guido Lesch die IG Metall Jugend. "Das was Bayern München in der Bundesliga ist, ist der Ortsjugendausschuss Völklingen innerhalb der IG Metall."

Am Ende der Konferenz wurde der neue Ortsjugendausschuss einstimmig gewählt. Dieser setzt sich zusammen aus Vertretern der Betriebe Ford Saarlouis, der Dillinger Hütte, Saarstahl Völklingen, Nemak Dillingen, FLSmidth Wadgassen, Ruia Beckingen, der Dillinger Fabrik gelochter Bleche, Homanit Losheim, Dürr Püttlingen, Nedschroef Fraulautern, Johnson Controls Headliner Überherrn, Sertronics Fraulautern und Bartz Werke Dillingen.

Als Vorsitzender des Ortsjugendausschusses wurde erst kürzlich Daniel Spengler, Jugend- und Auszubildendenvertreter bei Saarstahl in Völklingen, für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt.

 

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Samba Balaawa
Initiative: Respekt - kein Platz für Rassismus
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