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Frauenausschuss untersucht Arbeitsbedingungen von Frauen in der Völklinger Hütte

Themenführung "Not am Mann - Frauen ran!" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Industriearbeit ist Männersache, das ist für viele selbstverständlich. Dass es in der Geschichte der saarländischen Stahlindustrie anders war, zeigt eine Führung von Dr. Sabine Graf. Nach langen Recherchen in Völklinger Archiven - unter anderem auch in den Firmenarchiven von Saarstahl - wird deutlich, dass Frauen nicht nur im Büro oder im Küchenbereich eingesetzt wurden.

Der Frauenausschuss der IG Metall Völklingen nutzte die Gelegenheit, sich am 14. September 2011 bei dieser interessanten Themenführung selbst ein Bild davon zu machen, was Frauen bei der Stahlherstellung leisten mussten.

Die Teilnehmer der Führung können die Arbeit der "Erzengel" oder das Schaufeln von Koks selbst ausprobieren

Sabine Graf erzählt die Geschichte der Völklinger Hütte aus weiblicher Sicht. Sie widerspricht der Aussage, die man in vielen Veröffentlichungen findet, wonach Frauen bei der Stahlherstellung nur "leichtere Arbeiten" verrichtet hätten. Im Gegenteil: Seit 1883 wurden Frauen in der Stahlindustrie beschäftigt und sie mussten sehr hart anpacken.

Die wohl bekannteste Tätigkeit ist die Arbeit als "Erzengel". So suchte Röchling im Jahr 1884 per Zeitungsanzeige "Kräftige Mädchen für leichte Tätigkeiten".

Tatsächlich war es aber sehr schwere Arbeit, die Schiffe zu entladen und das angelieferte Erz zwölf Stunden am Tag in 10-Kilo-Körben auf dem Kopf über schwankende Holzbretter ins Werk zu tragen. Die Mädchen, die für diese Arbeit eingesetzt wurden, waren teilweise erst 14 Jahre alt.

Aber auch an anderen Stellen kamen Frauen gerade in den Zeiten, als aufgrund der Weltkriege ein Mangel an Männern herrschte zum Einsatz. So wurden sie auch zum Koksschaufeln in der Kokerei, einem der schwersten Arbeitsplätze in der gesamten Hütte, eingesetzt. Ihr Lohn lag aber trotzdem deutlich unter dem Verdienst der Männer, zum Teil sogar bis zu 50 Prozent.

Die wirklich leichteren Tätigkeiten kamen erst in den 1950er Jahren, an den Schreibmaschinen und in den Laboren. Die vorher von den Frauen geleisteten Arbeiten wurden in Folge des technischen Fortschritts nun von Maschinen und Kränen erledigt.

 

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Samba Balaawa
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