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Warnstreik bei Johnson Controls in Saarlouis

Protest beim Sitzehersteller Johnson Controls im Ford-Industriepark in Saarlouis: Am 9. März 2009 legte die komplette Frühschicht die Arbeit nieder, um Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen auszuüben.

Bereits um 6.00 Uhr hatte die IG Metall die Beschäftigten an diesem Montag aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. So liefen die Bänder nicht an und es wurden keine Sitze für den Kunden Ford produziert.

Die Friedenspflicht in der Textil- und Bekleidungsindustrie ist am 28. Februar abgelaufen. In drei Verhandlungsrunden konnte kein Ergebnis erzielt werden.

Arbeitgeber wollen Nullrunde für 6 bis 24 Monate!

Die Arbeitgeber haben in den bisherigen Verhandlungen deutlich erklärt:

  • In den nächsten 6 Monaten soll es keine Erhöhung der Einkommen geben
  • Danach soll es nur in den Betrieben, denen es wirtschaftlich gut geht, 6 Monate lang jeweils 20 Euro Einmalzahlung geben.
  • Eine erste tabellenwirksame Erhöhung haben sie der IG Metall erst für März 2010 vorgeschlagen. Nach der Nullnummer in 2009 soll es dann nach Ansicht der Arbeitgeber 1,5% höhere Einkommen geben.
    Aber: Auch diese mickrige Erhöhung gibts nur für Beschäftigte, die in Betrieben arbeiten, denen es wirtschaftlich gut geht.
Ralf Haas, Gewerkschaftssekretär, berichtet über die laufenden Tarifverhandlungen

Ralf Haas, als Gewerkschaftssekretär für den Textilbereich zuständig, machte deutlich, dass auch die IG Metall die akutelle Wirtschaftskrise nicht wegdiskutieren könne.

Dennoch sei es gerade in dieser Krise wichtig, gegenzusteuern und den Konsum anzukurbeln: "Wir haben in dieser Krise nicht das Problem, dass die Löhne oder Gehälter zu hoch sind! Das Gegenteil ist der Fall. Wir haben eine Nachfragekrise, weil die Arbeitnehmer sich nichts mehr leisten können. Unsere Forderung von 5,5% ist daher nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sie ist auch volkswirtschaftlich sinnvoll!"

"Das Angebot der Arbeitgeber ist eine Beleidigung aller Beschäftigten im Textilbereich! Wer solche unverschämten Forderungen nach bis zu 2 Jahren ohne Lohnerhöhung stellt, der darf sich nicht wundern, wenn die Leute in den Betrieben den Hammer fallen lassen und die Arbeit niederlegen"

Guido Lesch, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen fordert die Arbeitgeber auf, sich am Verhandlungstisch zu bewegen

Auch Guido Lesch, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen ging darauf ein, dass die Tarifrunde unter schwierigen Rahmenbedingungen stattfindet.

Gleichzeitg wies er aber auf die Verursacher der aktuellen Probleme hin: "Nicht die Arbeitnehmer und die Gewerkschaften haben diese Krise verursacht, es waren die neoliberalen Vordenker und ihre politischen Wegbereiter, die immer mehr Rendite und immer weniger Spielregeln in einem freien Markt wollten. Diese Leute haben die gesamte Weltwirtschaft ins Wanken gebracht, manche Länder sogar an den Rand des Staatsbankrotts!"

Warnstreik soll Bewegung in die Verhandlungen bringen

Die IG Metall machte bei diesem Warnstreik auch deutlich, dass die Beschäftigten im Textilbereich in den letzten Jahren hart gearbeitet haben und dass in den Betrieben ordentliche Gewinne eingefahren wurden.

Gleichzeitig ließ sie keinen Zweifel daran, dass sie auch in der Lage ist, weitere Aktionen in den Betrieben zu starten, wenn es sein muss auch mit Fernwirkung zu den Automobilbetrieben.

Jörg Jungbluth, Betriebsrats­vorsitzender und Mitglied der Tarifkommission der IG Metall

Jörg Jungbluth, Betriebsratsvorsitzender bei Johnson Controls in Saarlouis machte deutlich, dass die Belegschaft hinter der Forderung der IG Metall steht.

Mit diesem Druck aus dem Betrieb will sie den Mitgliedern ihrer Verhandlungskommission den Rücken stärken, die am gleichen Tag mit den Arbeitgebern zur 4. Tarifverhandlung in Gladbeck zusammentreffen

Unterstützung erhielten die Warnstreikenden von Delegationen aus anderen Betrieben, u.a. von Ford Saarlouis, Johnson Controls Headliner, Brose Saarwellingen und weiteren Betrieben.
 

Weitere Informationen zur Tarifrunde:
Fotos:

 

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Samba Balaawa
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