Das Online-Angebot der IG Metall Völklingen

IG Metall fordert für die Textil- und Bekleidungsindustrie ein verhandlungsfähiges Angebot

Betriebliche Aktionen nach Ablauf der Friedenspflicht angekündigt

Als völlig unzureichend hat der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Guido Lesch, das erste Angebot der Arbeitgeberseite in den aktuellen Tarifverhandlungen für die 120 000 Beschäftigten der Textil- und Bekleidungsindustrie zurückgewiesen: ?Wenn das die Wertschätzung der Arbeitgeber für die Leistungen der Beschäftigten ist, dann haben sie mit energischem Widerstand zu rechnen.?

Er forderte die Arbeitgeber auf, sich bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 25. Februar zu besinnen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. ?Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen, werden sie in den Betrieben keinen Frieden finden.?

Im Saarland fallen vor allem große Automobilzulieferkonzerne wie Johnson Controls unter den Tarifvertrag der Textilindustrie. Sie profitieren von der anhaltend guten Automobilkonjunktur.

Der für den Textilbereich zuständige Gewerkschaftssekretär Ralf Haas macht deutlich, was das vorgelegte Angebot von 2,2% ab März 2008 und die weitere Erhöhung um 1,8% ab Mai 2009 bei einer Laufzeit bis zum 28. Februar 2010 bedeutet: ?Die Arbeitgeber sind nicht einmal bereit, eine Sicherung der Reallöhne anzubieten. Sie wollen, dass die Beschäftigten sich in den nächsten Jahren immer weniger leisten können. Ihr Ziel ist es offensichtlich, die Beschäftigten der Textilindustrie von der allgemeinen Einkommensentwicklung abzukoppeln und sie zu Arbeitnehmern zweiter Klasse zu machen.?

Haas wies insbesondere auf die Nachfrage nach qualifizierten Facharbeitern im Saarland hin: ?Es ist für mich unerklärlich, wie die Textil-Arbeitgeber mit Billig-Löhnen in Zukunft noch qualifizierte Mitarbeiter in die Betriebe locken wollen. Bei dem sich jetzt schon abzeichnenden Mangel an Fachkräften werden die Textil-Arbeitgeber die Verlierer sein, wenn es darum geht, ihre Betriebe zukunftsfähig zu machen.?

Die IG Metall rechnet damit, dass durch Altersteilzeit alleine in den Großbetrieben der saarländischen Stahlindustrie und der Metall- und Elektroindustrie bis zum Jahr 2011 mehr als 2.500 Mitarbeiter ersetzt werden müssen. Zusätzlich werden in diesen Branchen verstärkt neue Arbeitsplätze geschaffen. Eine Abwanderung von qualifizierten Fachkräften aus den Textilbetrieben in diese Branchen stellt daher ein enormes Risiko für den Fortbestand der Betriebe dar.

?Wir brauchen einen Tarifvertrag, der die Beschäftigung in den Textil-Betrieben wieder attraktiv macht und nicht die Arbeitnehmer in andere Branchen abwandern lässt. Dieser Verantwortung müssen sich die Arbeitgeber bewusst sein?, so Haas. ?Daher passt es auch nicht in die Tariflandschaft, wenn die Arbeitgeber sich immer noch einer Übernahmeverpflichtung für Auszubildende nach erfolgreicher Prüfung verweigern. Wir brauchen junge engagierte Fachkräfte und müssen ihnen Perspektiven aufzeigen und sie nicht nach der Ausbildung in ungesicherte Arbeitsplätze oder in Arbeitslosigkeit entlassen.?

Hintergrund:

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie eine Erhöhung der Entgelte und der Ausbildungsvergütungen um 5,5 Prozent. Gleichzeitig sollen die Regelungen zur Altersteilzeit verlängert und eine Übernahmeverpflichtung für Auszubildende vereinbart werden. Ziel ist es auch, in den kommenden Jahren eine moderne Entgeltstruktur mit gleichen Eingruppierungsregelungen für Arbeiter und Angestellte zu schaffen.

Die dritte Verhandlungsrunde findet am 25.02.2008 in Darmstadt statt.

Die Friedenspflicht endet am 29.02.2008 um 24.00 Uhr.Betriebliche Aktionen und Warnstreiks sind bereits angekündigt

Pressemitteilung vom 22.02.2008

 

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Samba Balaawa
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