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06.10.10 SAS

SAS Saarlouis: IG Metall-Vertrauensleute fordern gleiches Geld für Leiharbeitnehmer

Auf einer Betriebsversammlung am 4. Oktober 2010 forderte der VK-Vorsitzende von SAS Saarlouis, einem Automobilzulieferer der Ford-Werke, gleiches Geld für gleiche Arbeit für Leiharbeitnehmer. Über 150 Belegschaftsmitglieder unterstützten die Forderungen durch lautstarken Beifall.


Claude Dicks, seit einem Jahr Vorsitzender der SAS-Vertrauensleute und zudem noch stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, ging dabei auf die soziale Ungerechtigkeit der unterschiedlichen Bezahlung ein: "Stellenweise haben wir Leiharbeitnehemer über viele Jahre hier beschäftigt, die machen gute Arbeit - wie auch die Stammbelegschaft - verdienen aber bis zu 5 Euro weniger in der Stunde. Damit muss Schluss sein", so Dicks.

Zudem forderte der VK-Leiter die Geschäftsführung auf, Leiharbeitnehmer, die länger als 24 Monate bei SAS in Beschäftigung sind, unbefristet nach dem gültigen Haustarifvertrag der IG Metall einzustellen. Bekräftigt in seinem Handeln wird Dicks durch eine Unterschriftenaktion, die der VK zum Thema durchgeführt hat. Insgesamt sprechen sich knapp 250 der insgesamt 280 Beschäftigten für den Grundsatz "Gleiches Geld ? Gleiche Arbeit aus".

Die Unterschriftsliste wurde während der Belegschaftsversammlung dem Vertreter der IG Metall, Lars Desgranges, übergeben, der die Forderung der Belegschaft in seinem Redebeitrag nochmals unterstützte.

Unterstützung bekam Claude Dicks auch von den Betriebsratsvorsitzenden Patric Palowsky. In der Frage Leiharbeit arbeiten Betriebrat und IG Metall seit Jahren gut zusammen. So wurde es geschafft, die Leiharbeitsquote von 2004 bis 2010 von über 35 Prozent auf 15 Prozent herunterzusetzen. Dies ist in einer Betriebsvereinbarung seit vielen Jahren geregelt. Zudem erhalten Leiharbeitnehmer, die bei SAS beschäftigt sind, einen Zuschlag von 60 Cent in der Stunde auf den Stundenverdienst der Leiharbeitsbranche.

?Dies war ein wichtiger und richtiger Schritt?, so Patric Palowsky. Jedoch hat der Vertrauensleute-Ausschuss weitere Ziele, die wir auch angehen werden. Claude Dicks sieht sich und sein VK-Team in seiner Meinung gestärkt. Für die klare und offene Forderung an  die Geschäftsführung gab es jede Menge Beifall der Belegschaft.

In der nordrhein-westfälischen Stahlindustrie konnte vergangene Woche ein Tarifvertrag über die gleiche Bezahlung von Leiharbeitnehmern erreicht werden. In eine ähnliche Richtung will auch Claude Dicks mit seiner Mannschaft kommen. "Vielleicht schaffen wir es in unseren Haustarifvertrag eine solche Regelung mit aufzunehmen und Vorreiter im Ford Industriepark zu werden". Im Frühjahr stehen die nächsten Haustarifverhandlungen mit der Arbeitgeberseite an. Darin will sich Dicks insbesondere auch für die Leiharbeitnehmer stark machen.


 

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