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25.03.15 News Presse Nedschroef Beckingen

Transfergesellschaft für Whitesell Beckingen steht

Am Mittwoch, 25. März 2015, hat der Betriebsrat von Whitesell Beckingen einen Transfersozialplan unterschrieben. "Mit diesem Sozialplan erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit ohne betriebsbedingte Kündigung in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Aufgrund der Rahmenbedingungen bei Whitesell ist dies ein großer Erfolg", so Gerfried Lauer.


Für zunächst drei Monate werden rund 100 betroffene Beschäftigte in einer Transfergesellschaft beschäftigt - mit der Option, um weitere acht Monate zu verlängern, wenn innerhalb von circa drei Monaten der Standort Beckingen in eine neue Eignerstruktur übergeht.

Gerfried Lauer und der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Guido Lesch, dankten der Landesregierung und insbesondere der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, Anke Rehlinger, für die außergewöhnliche Unterstützung. "Ohne diese Unterstützung von Anke Rehlinger wären die Betroffenen in die Arbeitslosigkeit gefallen. Mit dieser Unterstützung haben wir die Würde der Menschen verteidigt und ihnen Hoffnung und Perspektive gegeben. Das Saarland hat vorbildlich Krisenmanagement zum Wohle der Beschäftigten bewiesen", so Lauer und Lesch.

Lesch: Whitesell gefährdet das weitere Investorenverfahren

Sage und schreibe neun hochqualifizierte Interessenten beziehungsweise Übernahmeangebote für einzelne Werke oder die ganze Gruppe habe Insolvenzverwalter Dr. Biner Bähr an Whitesell in den USA übersendet. "Das Schockierende daran ist", so Lesch, "Whitesell bewegt sich nicht, ja er blockt das Investorenverfahren. Mit diesem skandalösen Verhalten gefährdet Whitesell die Zukunft der Standorte und auch der verbleibenden Arbeitsplätze. In den nächsten Wochen muss ein Verkaufsprozess in Gang gesetzt werden. Je länger dieser Prozess dauert, desto schwieriger wird es. Es gibt Interessenten, die wollen am liebsten heute als morgen die Übernahme vollziehen, damit sie loslegen können. Aber Whitesell hat offensichtlich kein Interesse an einer schnellen Lösung, er will möglichst viel aus dem Verkaufsprozess rausziehen. Womöglich legt er es auf eine Zerschlagung an, wenn er dadurch mehr Geld bekommt."

Belegschaft, Betriebsrat und IG Metall sind nach Aussage von Lesch sauer: "Wenn ein profitgieriger Wildwest-Kapitalist unseren Rechtsstaat in die Knie zwingen will und die Zukunftsperspektiven von 1.200 Beschäftigten plus ihrer Familien, wegen maximalem Gewinn, auf das Brutalste gefährdet, dann müssen Politik und Justiz sofort handeln, damit dieser Raubtierkapitalismus nicht funktioniert."

"Die Menschen in Beckingen haben einen Anspruch, dass sie vor solcher skandalöser Profitgier geschützt werden. Es kann nicht angehen, dass Whitesell "legal" Maschinen und Immobilien etc. nach Luxemburg verlegt, dort auch noch ein Steuersparmodell praktiziert, der Insolvenzverwalter keinen Zugriff auf die Werte in Luxemburg hat, hier aber Menschen arbeitslos werden - und am Ende der Veranstaltung macht Whitesell noch Profit", kritisiert Lesch.

Belegschaft, Betriebsrat und IG Metall erwarten laut Lesch von Politik und Justiz, diese Machenschaften von Whitesell zu unterbinden und das Allgemeinwohl der Belegschaften, der Standorte und der Regionen zu schützen und zu verteidigen.

"Am Beispiel Whitesell wird sich zeigen, ob der demokratische soziale Rechtsstaat stärker ist als die Profitgier von einigen wenigen."

Betriebsrat und IG Metall rufen alle Politiker aus der Region auf, die im Landtag, im Bundestag oder im Europäischen Parlament Verantwortung tragen, unverzüglich aktiv zu werden.

Guido Lesch betont, dass alle Beteiligte in diesem Verfahren - ob Beschäftigte, Betriebsrat, Insolvenzverwalter Dr. Biner Bähr und sein Team, alle Beteiligte im Wirtschafts- und Arbeitsministerium sowie die IG Metall - alles Mögliche unternehmen, dass die Whitesell-Standorte mit ihren Beschäftigten eine gute Zukunft haben. Lesch: "Nur Whitesell beteiligt sich nicht an der Suche nach einer konstruktiven Lösung!"


 

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