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Jürgen Peters: "Die wollen uns den Schluck aus der Pulle nicht gönnen!"

IG Metall-Chef Jürgen Peters und Bezirksleiter Armin Schild haben gestern die saarländischen Gewerkschafter der Metall- und Elektroindustrie auf einen längeren Tarifstreit eingestimmt.

von SZ-Redakteur Gerhard Franz

Saarbrücken. Mit einer Demonstration von Kraft und Kampfeswillen hat die Führung der IG Metall gestern die saarländische Basis auf die heiße Phase der laufenden Tarifrunde vorbereitet. Im Bezirk Frankfurt, zu der die saarländischen Verwaltungsstellen gehören, wird am heutigen Donnerstag zum letzten Mal verhandelt, bevor am Samstag die Friedenspflicht endet. Für den kommenden Freitag hat die Homburger IG Metall, wie bereits kurz berichtet, erste Warnstreiks ins Auge gefasst.

In der vollbesetzten Brebacher Turnhalle rief gestern IG Metall-Chef Jürgen Peters unter frenetischem Beifall und unterstützt von Trillerpfeifen und Trommeln: ?Wir wollen keinen Konflikt. Wir sind an einer Lösung interessiert. Aber wir werden den Konflikt nicht scheuen, wenn die Arbeitgeber ihn wollen.? Von der Arbeitgeberseite kamen gestern umgekehrt Signale, mit denen die Gewerkschaftsseite aufgefordert wurde, ihre Position zu verlassen. Der Chef der Gesamtmetall-Arbeitgeber, Martin Kannegießer, hatte gegenüber dem ?Handelsblatt? gesagt: ?Es ist jetzt Zeit, dass sich die IG Metall bewegt.? Die Antwort darauf kam prompt in der Brebacher Turnhalle: ?Wir werden uns bewegen; nächste Woche bekommen unsere Argumente tausende von Beinen.?

In Brebach, wo auch die Bevollmächtigten Werner Cappel (Homburg) und Volker Fiedelak (Neunkirchen) ans Mikrophon traten, hatte Peters die Stimmung mit der Bemerkung angeheizt: ?Im vergangenen Jahr sind die Einkommen um 20 Prozent gestiegen ? aber nur bei einigen Managern der Dax-Konzerne, die im Schnitt vier Millionen Euro im Jahr verdienen.? Da mache sich die Metall-Forderung von 6,5 Prozent doch geradezu bescheiden aus. ?Trotzdem will man uns den kleinen Schluck aus der Pulle nicht gönnen.? Das Angebot der Arbeitgeber von drei Prozent, das mit einem Konjunkturbonus von 0,5 Prozent auch noch eine befristete Komponente enthalte, nannte Peters ?eine Zumutung?.

Anschließend drückte Bezirksleiter Armin Schild noch wesentlich stärker auf die Tube, als er unter Aufbietung aller Kraft seiner Stimmbänder in den Saal schmetterte: ?Es geht jetzt um Macht und Herrschaft, um den Geiz und die Gier der Reichen. Darum sind wir hier.? Alle, die meinten, dass es sich hier um eine leichte Tarifrunde handele, seien gewarnt, denn, so Schild: ?Seit Mitte der 90er Jahre wollen die Arbeitgeber in allen Branchen eine Lohnpolitik zu ihren Gunsten durchsetzen.?

Saarbrücler Zeitung, 26.04.07

 

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