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Frauenkonferenz: Sozialer Fortschritt - Nur mit uns!

Die IG Metall Verwaltungsstelle Völklingen führte am Samstag, dem 15. Mai 2004 ihre Frauenkonferenz in der Dillinger Stadthalle durch. Neben den 55 Delegierten aus den Betrieben des unteren Saarbereichs konnte die Frauenausschussvorsitzende, Monika Klein, zahlreiche Gäste begrüßen.

Der 2. Bevollmächtigte der Verwaltungsstelle Völklingen, Guido Lesch, verwies in seinem Grußwort auf die Widersprüchlichkeit der Botschaften aus Politik und Wirtschaft und der Realität. "Politiker und Manager sollen mit ihrem Jammern auf höchstem Niveau aufhören und endlich die tatsächlichen Probleme anpacken. Nach Zahlen des statistischen Bundesamtes brummt der Export Made in Germany wie schon lange nicht mehr. Im Export verzeichnet die Wirtschaft eine Steigerung von sage und schreibe 16,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist die höchste Steigerungsrate seit den 50er Jahren. Das Kernproblem ist die schwache Binnenkonjunktur die daraus folgt, dass Politik und Wirtschaft den kleinen Leuten das Geld wie mit dem Staubsauger aus der Tasche zieht. Wenn das Volk kein Geld zum Ausgeben mehr hat, dann liegt es auf der Hand, dass die Waren im Regal bleiben."

Lesch erteilte einer Arbeitszeitverlängerung eine klare Absage. "Diese Arbeitszeitverlängerung führt dazu, dass Menschen die heute in Arbeit sind, morgen arbeitslos werden und am Konsum kaum noch teilnehmen können, was als logische Konsequenz zu noch mehr Arbeitslosigkeit führt. Seit Jahren predigen uns Politiker und Manager eine "Gürtel-enger-schnallen-Politik". Seit Jahren werden die Rahmenbedingungen noch schlechter. Wann begreift man endlich, dass die Politik des "Gürtel-enger-schnallens" in die Sackgasse führt? Wohin sich die Gesellschaft entwickelt wenn sich der neoliberale Zeitgeist breit macht erkennt man an den neuesten Veröffentlichungen des Bundeswirtschaftsministeriums über den ansteigenden Niedriglohnsektor in Deutschland. Auf sage und schreibe 35 Seiten sind 670 Berufe mit Niedriglöhnen unter 6 ? pro Stunde in Deutschland zusammengestellt worden," rief Lesch den Delegierten zu. "Das sind die Ergebnisse die Neoliberale und Konservative wollen, dass Menschen wieder für Hungerlöhne von 4 - 5 ? in der Stunde arbeiten gehen. Würden Politiker das Volk das sie wählt schützen, müssten sie an dieser Stelle sofort aktiv werden."

Die IG Metall fordert den Ministerpräsidenten auf, saarländische Autos für saarländische Polizei zu bestellen. Lesch kritisierte die Landesregierung, die für die saarländische Polizei 55 Dienstwagen von der Marke BMW bestellt. "Müller soll", so Lesch, "saarländische Polizisten mit einem Auto Made in Saarlouis ausstatten." So würden, mit saarländischen Steuergeldern, Arbeitsplätze im Saarland gesichert und die Polizei würde tolle Autos fahren.

Bettina Altesleben vom DGB Saar forderte mehr Gerechtigkeit bei der Entlohnung von Mann und Frau. Im 21. Jahrhundert sollte Diskriminierung in unserer Gesellschaft kein Thema mehr sein. "Wie wollen Manager im Betrieb für mehr Gleichberechtigung eintreten, wenn sie selbst in ihren Führungspositionen keine Frau zulassen. Nirgends gibt es so geringe Frauenquoten wie in den Führungsetagen der Wirtschaft".

Monika Klein beschäftigte sich in ihrem Geschäftsbericht eingehend mit der IG Metall-Arbeit im Frauenbereich. "Die IG Metall kommt bei Frauen an. Wie sonst ist es zu erklären," so Klein, "dass trotz Schließung zweier "Frauenbetriebe" wie Delphi in Lebach und Kautt und Bux in Saarlouis, der Organisationsgrad der Frauen in der IG Metall ansteigt? Frauen haben sich längst in der IG Metall emanzipiert und kämpfen Seite an Seite mit Männern für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Bei den Betriebsratswahlen 2002 haben Frauen bei den Betriebsratsmandaten die höchste Frauenquote in der Geschichte dieses Landes erzielt. Ebenso haben Frauen bei den gewerkschaftlichen Mandaten überall zugelegt.

In der anschließenden Diskussion über die beiden zentralen Themen Arbeitszeitpolitik und gerechte Entlohnung, beklagten sich viele Delegierte über die Diskussion nach weniger Lohn und längeren Arbeitszeiten.

Helga Haag, eine Delegierte aus Heusweiler, beklagte sich: "Die wollen von uns Frühschicht, Mittagschicht, Nachtarbeit für Dumpinglöhne, längere Arbeitszeiten und gut erzogene Kinder in intakten Familien. Politiker sollten mal nur 1 Monat Schichtarbeit machen, 1000 ? verdienen, Kinder großziehen, Haushalt organisieren. Die würden schon nach zwei Wochen zusammenbrechen."

Silke Nötzel von der IG Metall Bezirksleitung Frankfurt ging in ihrem Referat darauf ein, dass durch die gute IG Metall Tarifpolitik die Chance besteht, im Rahmen des neuen Entgeltrahmentarifvertrages diskriminierungsfreie Bewertungen und Eingruppierungen für Frauen durchzusetzen." Nötzel bekräftigt die Wichtigkeit der Qualifizierung, insbesondere von Frauen. Bei der Arbeitszeitdiskussion forderte Nötzel mehr Offensivgeist. "Mit Rezepten aus der Mottenkiste, wie einige Arbeitgeber glauben das Problem zu lösen, wird eine moderne Gesellschaft nicht klar kommen. Längere Arbeitszeiten sind frauen- und familienfeindlich und haben auch Auswirkungen auf Kindererziehung und PISA-Studien", so Nötzel.

In der anschließenden Diskussion verabschiedeten die Delegierten klare Positionen zur Arbeitszeitpolitik, die längere Arbeitszeiten ablehnen.

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